Unbunt und doch packend: Schwarz fasziniert

Thomas Nothelfer
geschrieben von: Thomas Nothelfer
am: 21. März 2017
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Schwarz ist für Künstler eine „unbunte“ Farbe. Physiker beschreiben den Ton noch ein wenig unromantischer: Schwarz sei die Abwesenheit von Licht, erklären die Naturwissenschaftler. Und doch fasziniert die (Nicht-)Farbe wie keine andere. Dies lässt sich nutzen, um gezielt Kunden anzusprechen. Zumindest dann, wenn man darum weiß, weshalb das Schwarze fasziniert und diese Kenntnis passend umzusetzen versteht.

 

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Schwarz ist in der DNA der Menschheit als Farbe für das Mysterium verankert

Schwarz spielt in den letzten 30.000 Jahren der Geschichte der Menschheit eine wichtige Rolle. Schwarz ist beispielsweise überall die Farbe für den Beginn des Lebens: Die schwarze Mutter Erde ist weit verbreitet. In der Bibel bringt Gott beispielsweise erst einmal Licht in die Dunkelheit. In den westlichen Kulturen ist Schwarz auch ein Sinnbild für den Tod – übrigens beispielsweise anders als in Afrika, wo man in weiß trauert.

Überall auf dem Planeten steht Schwarz ebenfalls für die Zwischenwelt, in der Geister und Dämonen leben. In Afrika schützen sich Priester der Eingeborenen beispielsweise mit pechschwarzer Farbe gegen böse Geister. Die Menschheit ist sich einig: Das Schwarze ist mysteriös und geheimnisvoll! Gerade deshalb fasziniert es so.

Schwarz wird seit Jahrtausenden als Farbe angerührt.

Die Faszination, die von der unbunten Farbe ausgeht, lässt sich auch daran erkennen, dass Schwarz seit Jahrtausenden von den Menschen als Farbe angerührt wird. Beispielweise ist ein Verfahren aus dem 1. Jahrhundert nach Christus bekannt, in der Schwarz aus bestimmten Pflanzenextrakten gewonnen wurde. In der heutigen Zeit wird gängig Ruß als schwarzes Pigment verwendet.

Die Menschheit war und ist damit jedoch nicht zufrieden und versucht, ein immer intensiveres Schwarz zu erlangen: Im modernen Vierfarbdruck wurde so beispielsweise eine zusätzliche Farbstufe für den schwarzen Druck entworfen. 2002 entwickelten britische Wissenschaftler im Laborversuch das sogenannte „Super Black“ – nie zuvor gab es ein dunkleres Schwarz. Zumindest dachte man das: Nur wenige Monate später zeigte sich, dass die Flügel des Schmetterlings „Papillo ulysses“ sogar noch wesentlich dunkler waren, weil kleine Röhrchen, die wie ein dunkler Wald angeordnet waren, das Licht ausschlossen. Eine Firma entwickelte basierend auf dem Vorbild aus der Natur einen Schwarzton, der dunkler als alles andere ist. Jedoch darf er nicht außerhalb Großbritanniens verkauft werden. Die hiesige Regierung verbot dies, weil das neue Schwarz sich hervorragend als Tarnfarbe eignet.

Schwarz ist exklusiv

Das Schwarze hat sich im Laufe der Zeit in den westlichen Kulturen weiterentwickelt – was ebenfalls ein Grund dafür sein dürfte, weshalb die Faszination derart ungebrochen ist. Der Farbton steht mittlerweile für exklusive Eleganz mit dem besonderen Hauch Extrovertiertheit – man denke nur an das kleine Schwarze. Die Menschen sind bereit, für den richtig eingesetzten Schwarzton viel Geld auszugeben, um diese spezielle Exklusivität zu besitzen: Das extremste Beispiel ist fraglos das Gemälde „Black Fire I“ von Barnett Newman, das 2014 für 84 Millionen US-Dollar verkauft wurde.

Schwarz spricht an

Wer Kunden beispielsweise über Drucksachen gezielt ansprechen möchte, kann deshalb im passenden Rahmen auf Schwarz vertrauen. Allerdings sollte der Zusammenhang passen: Das Schwarze ist kein fröhlicher Ton und eignet sich entsprechend nicht, um ein Fest zu feiern (mit Ausnahme von Feiern zu mystischen Anlässen wie Halloween). Sehr wohl geeignet ist es hingegen beispielsweise als Flyer für exklusive Bekleidungs- oder Möbelgeschäfte. Wer auf Schwarz vertraut, sollte sich stets des gesamten Bedeutungsspektrums dieser nicht bunten Farbe bewusst sein, um keinen Fehler zu machen. Mit der Farbe ist die Aufmerksamkeit sicher, umso leichter können Gefühle verletzt werden, weil beispielsweise der Aspekt der Trauer, für den Schwarz steht, nicht ernstgenommen wird. Der Einsatz der Farbe muss stets gerechtfertigt erscheinen.

Ein Tipp für Drucksachen: Um wirklich intensive Schwarztöne zu erreichen, hat es sich bewährt, Schwarz mit einer anderen Farbe zu mischen. Beispielsweise bietet sich das Türkis als passende Ergänzung an. Würden Sie gerne die Faszination von Schwarz nutzen? Wünschen Sie sich jedoch Unterstützung mit Rat und möglicherweise auch Tat, um keinen Fehler zu machen. Gerne helfen wir von der Agentur kaos Ihnen, wenden Sie sich einfach an uns.

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